Hochschule für Kirchenmusik Dresden - Kantatenprojekt

Gottfried August Homilius, 1714 in Rosenthal in Sachsen geboren, zählte während seines Jurastudiums in Leipzig vermutlich zum Schülerkreis Johann Sebastian Bachs. Im Jahr 1742 wurde er Organist an der Dresdner Frauenkirche, 1755 erfolgte die Berufung zum Kreuzkantor sowie zum Musikdirektor der drei Dresdner Hauptkirchen. Mit der Zerstörung der Kreuzkirche 1760 durch preußische Truppen verlagerte sich sein Hauptwirkungsort zurück an die Frauenkirche. Gottfried August Homilius starb 1785 in Dresden. Seinerzeit zählte er zu den bedeutendsten Komponisten protestantischer Kirchenmusik.

Wurzelnd im polyphonen Stil Johann Sebastian Bachs weist Homilius Tonsprache zudem schon frühklassische Elemente auf.

Die Kantate „Ist Gott für mich“ beginnt mit dem bis heute bekannten gleichnamigen Choral, dessen Text Paul Gerhard 1653 schrieb und dessen Melodie von Hans Leo Hassler hier in einer rhythmisch modifizierten Form erklingt. Die beiden Rezitative der zum Sonntag Rogate (lat. rogate – betet/bittet) entstandenen Kantate ermutigen in barock-bildhafter Sprache ebenso wie die durch sie eingerahmte Arie den Hörer zu Gottvertrauen und Gebet. Die Kantate schließt mit einem schlichten homophonen Choralsatz zur letzten Strophe des von Georg Neumark komponierten und getexteten Chorals „Wer nur den lieben Gott läßt walten“.