Mit der Kantate „Meine Lieben und Freunde stehen gegen mir“ für 5-stimmigen Chor, Solisten, Streicher, Fagott und Basso continuo erklingt ein Werk des zu Unrecht fast vergessenen Komponisten und Kantors Christian Andreas Schulze.
Dieser wurde um 1655 in Dresden geboren, besuchte die Dresdner Kreuzschule und studierte ab 1675 an der Universität Leipzig. Im April 1678 wurde er auf Empfehlung des Kurfürsten Johann Georg II. als Stadt- und Domkantor nach Meißen berufen. Dieses Amt bekleidete er bis zu seinem Tod 1699 in Meißen.
Das Autograph der Kantate, welche heute erstmals seit über 300 Jahren wieder erklingt, ist in der Sächsischen Landes- und Universitätsbibliothek zu Dresden zu finden.
Schulze vereint in dieser Komposition Verse von Psalm 38, verarbeitet als chorische Teile, und kommentierende Texte zu diesen Bibelworten, verarbeitet als Arien, zu einer Concerto-Aria-Kantate.
Eröffnet wird das Werk von einer kurzen Sonata des Orchesters, gefolgt von einem vollstimmig besetzten Eingangschor. Die sich anschließende, von Schulze als Vers 1 bezeichnete Bass-Arie führt die Dramatik des Eingangschores fort und verdeutlicht die Verzweiflung des Psalmbeters. Auch Vers 2, eine Alt-Arie, ist geprägt vom Ausdruck des Leids und Schmerzes. Erst der darauffolgende Chor lässt in der Hinwendung zu Gott eine Hoffnung auf Hilfe erkennen. Damit tritt eine entscheidende Wendung ein, was kompositorisch u.a. durch einen Taktwechsel - mitten im Stück - von einem (ungeraden) 3/2- in einen (geraden) 4/4-Takt verdeutlicht wird.
Die Entwicklung findet ihren Höhepunkt im Schlusschor mit den Worten „Eile, mir beizustehen, Herr, meine Hilfe!“ Mit diesem eindrücklichen Tutti-Satz endet die Kantate, entlässt den Hörer in die Gewissheit, dass trotz allem Leid im Vertrauen auf Gott Hilfe naht.