Jan Zastera wurde 1984 in Duchcov/ Nordböhmen geboren und nahm schon früh privat Kompositionsunterricht bei Jan Buzek. Nach dem Abitur studierte er von 2003 bis 2008 an der Karls-Universität in Prag Kirchenmusik, Dirigieren, Musikpädagogik und Komposition. Seit 2005 leitet er das Brixiho Komorni soubor Teplice (Brixi Kammerensemble Teplitz), seit 2008 ist er Dirigent der Musik der Burgwache und Polizei der Tschechischen Republik in Prag. Er steht der Rubrik Kirchenmusik der Fachzeitschrift „Cantus“ vor und ist künstlerischer Leiter des beachteten Projektes „Hudebni odkaz oseckych cisterciaku“ („Der musikalische Hinweis der Ossegger Zisterzienser“).
Zastera komponierte bisher vorwiegend für den kirchenmusikalischen Raum. Kantaten, verschiedene Messen (2005: Missa cum obstinatione, 2007: Missa solorum multiplicium, 2008: Missa festiva) und eine Tanz-Suite (La Corrida de Toros (2002)) gehören zu seinem Œvre.
Die Kantate „Te enim Domine“ – ein Auftragswerk für das Kantatenprojekt 2010 an der Hochschule für Kirchenmusik Dresden – zeichnet inhaltlich einen Bogen vom Flehen um Gottes Hilfe (Chor I) über geduldige Erwartung (Chor II) hin zur Sicherheit des Beistandes Gottes (Choral). Kennzeichnend sind die solistische Besetzung des Werkes sowie die neobarocke Tonsprache. Zastera hält dabei bewusst an traditionellen Strukturen (Polyphonie) und völliger Zugänglichkeit der Musik fest, um so einen Kontrast zur harten Bildhaftigkeit der rezitierten Gedichte zu schaffen. Die scheinbare Widersprüchlichkeit drückt die starke Spannung zwischen der verzweifelten Situation des Psalmisten und der hoffnungsvollen, lösenden Zuflucht in Gott aus.